Wie ich den Januar mit Solar und Speicher meistere
Januar ist der härteste Monat für Solarautarkie. Meine Strategie, wie ich ihn trotzdem gut überstehe.
Von Redaktion AutarkieHome · Redaktion · veröffentlicht am 1. November 2025
Januar – das Endgegner-Monat jeder Solarautarkie
Unter Solarenthusiasten gilt der Januar als der härteste Test. Kurze Tage, oft wochenlange Hochdrucklagen mit Nebel und Hochnebel, tiefe Außentemperaturen, hoher Heizenergiebedarf. Für mein autarkes System ist das die größte Herausforderung des Jahres – und ich begegne ihr mit Strategie.
Was der Januar konkret bedeutet
Mein schlechtester Januartag im letzten Winter: 2,1 kWh Solarproduktion. Mein Verbrauch an diesem Tag: 31 kWh (davon 14 kWh für die Wärmepumpe). Differenz: 28,9 kWh aus dem Speicher/Netz. An solchen Tagen ist das Netz der Held – und das ist vollkommen in Ordnung.
Meine Januar-Strategie im Detail
Ich habe über zwei Winter eine spezifische Strategie für den Januar entwickelt:
- Speicherstrategie: Im Januar senke ich die minimale Entladegrenze auf 15 % – damit habe ich immer Reserve für Nacht und Morgen
- Wärmepumpenstrategie: Ich programmiere die WP so, dass sie bevorzugt zwischen 10 und 15 Uhr läuft – in diesem Fenster ist die Solarproduktion am höchsten
- Temperaturstrategie: Das Haus wird mittags auf 22 Grad vorgeheizt, abends sinkt die Raumtemperatur auf 19 Grad
- Warmwasserstrategie: Warmwasser wird ausschließlich mittags aufgeheizt
Die Rolle des Netzes im Januar
Im Januar beziehe ich im Durchschnitt 8–12 kWh täglich aus dem Netz. Das klingt viel – ist aber gemessen an meinem Winterverbrauch von ~28 kWh/Tag ein Autarkiegrad von immerhin 55–70 %. Selbst im dunkelsten Monat decke ich mehr als die Hälfte meines Bedarfs selbst.
Lichtblicke im Januar: Strahlende Wintertage
Was viele vergessen: Auch im Januar gibt es herrliche Sonnentage. Ein klarer Wintertag mit Schnee kann überraschend gute Erträge liefern – Schnee reflektiert Licht und erhöht die Einstrahlung auf die Module. Mein bisher bester Januartag: 18 kWh Produktion – mehr als der Tagesverbrauch ohne Wärmepumpe.
Was ich dem Januar-Problem entgegensetze
Langfristig arbeite ich an der Erweiterung meines Speichers von 15 auf 20 kWh. Das würde die Überbrückungszeit bei schlechten Wetterlagen um zwei weitere Stunden erhöhen. Außerdem plane ich, einen kleinen Pellet-Kaminofen als ergänzende Wärmequelle einzubauen – das würde den Heizstromverbrauch im Januar um 30 % reduzieren.
Der Januar bleibt eine Herausforderung. Aber er ist kein Grund zu kapitulieren – er ist ein Grund, klüger zu werden.