Schritt 3: Die Wärmepumpe als Kern des autarken Heizens
Mit der Wärmepumpe schließt sich der Kreis: Heizen mit eigenem Solarstrom – so funktioniert echte Vollautarkie.
Von Redaktion AutarkieHome · Redaktion · veröffentlicht am 12. Oktober 2025
Heizen mit eigenem Strom – das komplette Bild
Solaranlage und Batteriespeicher decken den Stromverbrauch ab. Doch was ist mit der Heizung? Solange eine Ölheizung oder Gasheizung im Keller steht, bin ich nur teilweise autark. Der dritte Schritt zur vollständigen Energieunabhängigkeit ist die Wärmepumpe – sie verbindet Stromerzeugung und Wärmebedarf zu einem integrierten System.
Warum die Wärmepumpe zur Autarkie passt
Die Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank umgekehrt: Sie entzieht der Außenluft (oder dem Erdreich) Wärme und bringt sie auf Heiztemperatur. Dafür braucht sie Strom – und genau dieser Strom kommt bei mir vom Dach. Das macht die Kombination so mächtig:
- Im Sommer produziere ich mehr Solarstrom als ich brauche
- Im Winter brauche ich mehr Wärme – und die Wärmepumpe nutzt den Speicher effizient
- Das Energiemanagementsystem koordiniert alles automatisch
- Warmwasseraufbereitung ebenfalls elektrisch möglich
Meine Entscheidung: Luft-Wasser-Wärmepumpe
Nach ausführlicher Beratung entschied ich mich für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 12 kW. Die Vorteile: keine Tiefenbohrung nötig, einfachere Installation, günstigere Kosten. Der Nachteil: Bei sehr kalten Außentemperaturen sinkt die Effizienz (COP). Bei uns in der Rheinebene ist das kein großes Problem – unter -10 Grad kommen wir selten.
Integration ins Autarkie-System
Die Wärmepumpe ist der größte Einzelverbraucher in unserem Haus. Im Winter zieht sie bis zu 3 kW elektrische Leistung. Das Energiemanagementsystem läuft deshalb so: An sonnigen Wintertagen wird die Wärmepumpe bevorzugt tagsüber betrieben. Das Haus wird „vorgeheizt", damit der Speicher nachts weniger belastet wird.
Das Zusammenspiel: PV + Speicher + WP
Das schönste an diesem System ist das Zusammenspiel der drei Komponenten. An einem typischen Wintertag sieht das so aus:
- 9:00 Uhr: PV beginnt zu produzieren, Speicher hat noch 40 %
- 10:00 Uhr: Wärmepumpe startet, heizt mit Solarstrom
- 13:00 Uhr: Speicher auf 90 %, Wärmepumpe weiterhin aktiv
- 16:00 Uhr: Speicher voll, Überschuss wird eingespeist
- 19:00 Uhr: Sonne weg, Speicher versorgt Haus
- 23:00 Uhr: Speicher noch bei 60 % – gut durch die Nacht
Die Kosten und die Einsparungen
Die Wärmepumpe kostete inklusive Installation und Systemintegration rund 18.000 Euro. Durch die BAFA-Förderung (damals 35 %) und den Heizungsbonus reduzierte sich der Eigenanteil auf knapp 11.000 Euro. Unsere jährliche Heizrechnung (vorher Gas: 2.400 Euro) ist nahezu auf null gesunken – nur in sehr kalten Wintern fallen geringe Stromkosten für den Netzbezug an.
Fazit: Erst mit der Wärmepumpe ist die Autarkie komplett
Solaranlage und Speicher waren der erste, große Schritt. Die Wärmepumpe hat die Autarkie vervollständigt. Heute beziehe ich im Jahresdurchschnitt weniger als 400 kWh aus dem Netz – das entspricht einem Autarkiegrad von über 90 %. Dieses Ziel habe ich mir vor vier Jahren gesetzt. Es ist erreicht.